Gemeinsam Zukunft gestalten mit Kommunaler Intelligenz
- andreas8054
- 19. März
- 3 Min. Lesezeit
Maria Aigner - Initiatorin seitens Welser Profile der Initiative “Kommunale Intelligenz“ mit den Gemeinden Gresten, Gresten-Land und Reinsberg

Wie ist die Initiative „Kommunale Intelligenz“ entstanden?
Die Initiative Kommunale Intelligenz beruht auf der Haltung und strategischen Ausrichtung von Welser Profile. Sie folgt der Überzeugung, dass ein Unternehmen nicht an den Werkstüren endet, sondern dort Verantwortung übernimmt, wo es verwurzelt ist – für heutige und zukünftige Generationen.
Diese Haltung ist im 3P-Ansatz – People, Profit und Planet – klar verankert.
Er steht für nachhaltiges Denken und Handeln, für die Entfaltung von Potenzialen, wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und Verantwortung für Umwelt und Lebensraum.
Unsere Mitarbeiter leben in der Region, engagieren sich vor Ort und gestalten das Gemeindeleben aktiv mit. Deshalb war klar: Zukunftsfähigkeit bedeutet auch Lebensqualität in der Region. Aus diesem Verständnis heraus entstand der Wunsch, über Unternehmensgrenzen hinweg wirksam zu werden, Erfahrungen zu teilen und Impulse zu setzen.
Thomas Welser und ich haben daher bewusst den ersten Austausch mit den naheliegenden
Bürgermeistern gesucht, um gemeinsam ins Denken und Gespräch zu kommen. Gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz steht der Begriff „Kommunale Intelligenz“ für das, was
nicht verloren gehen darf: Miteinander, Austausch und gemeinsames Gestalten unserer Region – generationenübergreifend und zukunftsorientiert.

Was war der inhaltliche Ausgangspunkt?
Wir haben mit einer Bewusstseinsbildung begonnen – mit der Filmserie „The Week“. Diese Entscheidung war kein Zufall. Die Filme schaffen es, komplexe globale Zusammenhänge emotional greifbar zu machen und gleichzeitig Raum für Reflexion zu öffnen. Wir beschäftigen uns mit dem Thema auch innerhalb des Unternehmens und schaffen durch den Film Bewusstsein bei unseren Mitarbeitern. In den anschließenden Reflexionsrunden – vor Ort in unserem Begegnungszentrum – ist etwas sehr Wesentliches passiert:
Menschen aus Gemeinden, Vereinen, Bildung und Wirtschaft sind ins Gespräch gekommen. Nicht als Funktionsträger, sondern als Mitgestalter unserer Region. Für mich war das der Moment, in dem klar wurde: Hier entsteht mehr als eine Veranstaltungsreihe – hier beginnt ein gemeinsamer Denk- und Lernprozess.
Gab es kritische Fragen oder Herausforderungen?
Ja – und das war mir besonders wichtig.
Sehr früh kam aus dem Kreis der Teilnehmenden die ehrliche Frage: „Was habt ihr als Unternehmen eigentlich davon?“
Unsere Antwort war – und ist – ganz klar: Nichts im klassischen Sinn.
Wir verfolgen keine wirtschaftlichen Interessen, keine Standortwerbung und kein Recruiting-Projekt. Unser Mehrwert liegt woanders: Wir wollen gesellschaftlich wirken, Erfahrungen aus der Organisations- und Entwicklungsarbeit einbringen und zum Denken anregen und gemeinsam mit den Gemeinden Menschen bewegen, übergreifende Projekte anzugehen und mitzugestalten.

Dabei ist uns wichtig, auch diese Rolle klar zu benennen:
Wir sind keine Geldgeber im klassischen Sinn und auch keine Projektleiter. Unsere Aufgabe ist es, Menschen zusammenzubringen, Räume für Austausch und gemeinsames Denken zu öffnen, zum Gestalten zu ermutigen und unterschiedliche Perspektiven zu verbinden. Wir führen Fäden zusammen, machen Potenziale sichtbar und nutzen Synergien, Netzwerke und
Erfahrungen, um Initiativen zu stärken und gemeinsames Handeln zu ermöglichen. Ich bin überzeugt, dass genau diese Klarheit entscheidend ist – und zugleich ein Prozess, den wir weiter vertiefen. Es geht um die Sache selbst: um unsere gemeinsame Region und ihre Zukunft.
Wie ging es nach dem Start weiter?
Aus der anfänglichen Bewusstseinsbildung ist Schritt für Schritt ein Jahreskreis im Tun entstanden. Er gibt dem Prozess Struktur, ohne ihn einzuengen.
Der Jahreskreis verbindet:
regelmäßige Treffen,
saisonale Schwerpunkte,
Raum für Projektideen,
und immer wieder bewusste Reflexion.
Wichtig ist mir dabei:
Kommunale Intelligenz lebt nicht von Vorgaben, sondern davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, über Gemeinde- und Organisationsgrenzen hinweg denken und ins Handeln kommen. Wir arbeiten stetig weiter daran, diesen Rahmen zu verfeinern – gemeinsam mit den Gemeinden, den Projektteams und den vielen engagierten Menschen in der Region.
Welche Haltung steht hinter der Initiative?
In meiner Arbeit lasse ich mich auch gerne von den Gedanken Gerald Hüthers inspirieren – vor allem von seiner Überzeugung, dass Menschen ihr Potenzial dann entfalten, wenn sie Sinn erleben, Verantwortung übernehmen dürfen und in Beziehung stehen.
Genau das versuchen wir mit der Kommunalen Intelligenz:
keine fertigen Lösungen,
keine Top-down-Prozesse,
sondern eine Einladung, mitzudenken und mitzugestalten.

Wie siehst die Zukunft der Initiative aus?
Die Kommunale Intelligenz ist für mich kein Projekt mit Enddatum. Sie ist eine Haltung und ein
Lernprozess, der wachsen darf. Wenn wir unsere Erfahrungen teilen und auch über die Region hinaus weitergeben können, dann tun wir das sehr gerne. Weil es um eine gute Sache geht: Um lebenswerte Gemeinden, um Verantwortung füreinander, die Erhaltung von Lebensraum und Arbeitsplätzen und um ein gemeinsames Denken über Grenzen und
Generationen hinweg.
Maria Aigner
Initiatorin und Moderatorin der Initiative “Kommunale Intelligenz“




Kommentare